Code d’Athènes

Wird auch als „Code d’Ethiques“ bezeichnet. Der Text ist die Grundlage aller Moralkodizes aller nationalen und internationalen PR-Verbände. Autor war der Franzose Lucien Matrat. Beschlossen wurde er am 11. Mai 1965 in Athen von der Generalversammlung des Centre Europeen des Relations Publiques (CERP), im November 1989 in Confederation Europeenne des Relations Publiques umbenannt. CERP ist die Dachorganisation der europäischen nationalen PR-Berufsverbände. Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) übernahm den Kodex am 31. August 1966. Eine überarbeitete Fassung wurde am 17. April 1968 von der International Public Relations Association (IPRA), eine auch von außereuropäischen Mitgliedern getragene internationale PR-Expertenorganisation mit Einzelmitgliedschaft, als „Internationale ethische Richtlinien für die Öffentlichkeitsarbeit“ verabschiedet.
PR-Verbände und -Organisationen verpflichten sich, den nachstehenden Codex zur Richtschnur ihres Handelns zu machen.

Jedes Mitglied sollte

  1. zur Verwirklichung der geistigen und moralischen Grundbedingungen beitragen, die es dem Menschen erlauben, seine unveräußerlichen Rechte auszuüben, die ihm durch die weltweite „Erklärung der Menschenrechte“ zugesichert sind;
  2. die Schaffung von Kommunikationsformen und -mitteln fördern, die es durch Ermöglichung des freien Informationsflusses dem einzelnen erlauben, sich unterrichtet, angesprochen und mitverantwortlich zu fühlen;
  3. sich bei den jeweils gegebenen Umständen so verhalten, dass es das Vertrauen all derer erwirbt, mit denen es in Kontakt kommt;
  4. sich der Tatsache bewusst sein, dass die enge Verbindung zur Öffentlichkeit in diesem Beruf es mit sich bringt, dass nach seinem Verhalten auf den ganzen Berufsstand geschlossen wird;
  5. in der Ausübung seines Berufes die allgemeine „Erklärung der Menschenrechte“ respektieren;
  6. die individuelle Würde der Person und das Recht der eigenständigen Meinungsbildung achten;
  7. die geistigen und psychologischen Voraussetzungen für einen echten Meinungsaustausch schaffen und den Partnern die Möglichkeit geben, ihren Standpunkt zu vertreten;
  8. in jedem Fall so handeln, dass den Interessen beider Seiten, des Auftraggebers und der angesprochenen Öffentlichkeit, Rechnung getragen wird;
  9. seinen Versprechungen und Verpflichtungen nachkommen, die unzweideutig festgelegt werden müssen, und bei jeder Gelegenheit loyal und ehrenhaft zu handeln, um das Vertrauen der Auftraggeber, aber auch des jeweiligen Publikums zu bewahren.

Dagegen sollte jedes Mitglied dieser Verbände es unterlassen,

  1. die Wahrheit anderen Ansprüchen unterzuordnen;
  2. Informationen aus unkontrollierten oder unkontrollierbaren Quellen zu verbreiten;
  3. sich für Aktionen oder Vorhaben herzugeben, die gegen die Moral verstoßen, die Menschenwürde verletzen oder in den Bereich der Persönlichkeit eingreifen;
  4. irgendwelche Methoden oder Mittel anzuwenden, mit deren Hilfe unbewusste Antriebe manipuliert oder hervorgerufen werden können, wodurch der einzelne seiner Urteilsfähigkeit und der Verantwortlichkeit für sein Handeln beraubt werden könnte.
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